Bei Lea Linster stellt sich wohl eher die Frage, woher wir sie nicht kennen. Die 52-Jährige kann sich über mangelnde Arbeit jedenfalls nicht beklagen. Sie ist Besitzerin des erstklassigen Restaurants “Lea Linster Cuisinière” in ihrem Heimatort Frisange in Luxemburg, in dem sie am liebsten selbst am Kochstopf steht. Und ihr gehört das kleine “Kaschthaus” im Nachbarort Hellange, in dem bodenständig luxemburgisch gekocht wird. Als bisher einzige Frau gewann sie den Bocuse d’Or, die höchste Auszeichnung der Köche. Sie wird seit mehr als 20 Jahren mit einem Michelin-Stern für die erstklassige Qualität ihrer Küche ausgezeichnet, der Gault-Millau bewertet sie mit 18 von 20 Punkten. Bekannt wurde die Spitzenköchin durch ihre Kolumnen in BRIGITTE und durch ihre beliebten Fernsehauftritte z.B. bei “Lanz kocht” und dem “Kochduell”. “Calamari-Salat im Kräuterbett” oder “Perlhuhn auf karamellisiertem Sauerkraut” - das sind nur zwei der Köstlichkeiten im neuen Buch der Spitzenköchin Lea Linster.
Lea Linster studierte zuerst Jura. Erst als der Vater schwer erkrankte und schließlich starb, entschied sich Linster den heimischen Herd zu übernehmen. Sie schnitt “die alten Zöpfe” ab, trennte sich vom Drumherum, konzentrierte sich auf das Kulinarische und verwandelte das Gasthaus peu à peu zum Gourmet-Tempel. Nur fünf Jahre nach der Übernahme bekam sie ihren ersten Stern im Guide Michelin.
1989 ist Lea Linster die erste, und bis heute einzige Frau, die den “Bocuse d’Or” gewonnen hat - die höchste, internationale Auszeichnung für Köche. Der gleiche Paul Bocuse, der einst postulierte, Frauen gehörten ins Schlafzimmer und nicht in die Küche, der gleiche, gefürchtete Feinschmecker-Papst, nennt sie fortan “die Königin des Geschmacks”.
Am Anfang ihrer Karriere musste die luxemburgische Spitzenköchin entsetzt zur Kenntnis nehmen, dass Frauen an den französischen Koch-Akademien gar nicht zugelassen waren. Noch heute ist Lea Linster eine “Rarität”, wie sich selbst bezeichnet - eine der wenigen Frauen in der Riege der Sterne-Köche.Seit 1982 betreibt sie in Frisange, etwa 15 km südlich der Stadt Luxemburg, ihr Restaurant „Lea Linster Cuisinière“. Im Laufe der Zeit eröffnete Linster ein weiteres Restaurant im Großherzogtum („Das Kaschthaus“ in Hellange). Mal liebenswürdig, mal bestimmt: die Michelin-besternte Luxemburgerin weiß sehr genau, was Gäste und Fans von ihr wollen.
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